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Plakat: Malicroix: Blumen des Bösen

Malicroix: Blumen des Bösen

(ein Blatt Papier, gefunden in der Redaktion der Kunstzeitschrift „Dukas“, 18XX)

                Als ich vor einem Monat, an einem der letzten warmen Tage des Augusts, die Einladung eines alten Freundes erhielt – des Künstlers Malicroix, mich ihm auf seinem Gut anzuschließen, das er gerade erst in Besitz genommen hatte und das ihn nun auch mit dem Titel „Graf“ schmückte –, ahnte ich nicht, dass ich dort, zusammen mit ein paar Kleinigkeiten wie meinem Hut und meinem Schirm, die während eines Unwetters, das uns draußen erwischt hatte, davongeweht worden waren, auch meinen Verstand verlieren würde.

                Ich ritze diese Zeichen mit den Zähnen in Schlangenhaut. Ich werde sie mit der erstbesten Vogelscheuche schicken, die ein wenig nach Kindheitserinnerungen riecht. Ich hoffe, aus meinen Worten wird klar, dass für mich nun alles verloren ist. Nachdem ich mich um gewisse Formalitäten gekümmert habe, gedenke ich zum Grafen zurückzukehren und mich mit Freude der Ruhe hinzugeben, die dort herrscht. Ich verzichte auf die Tänze der Stadt ebenso wie darauf, lebendig begraben zu werden.

Leb wohl,

der sein neues Namen für die Ewigkeit noch nicht gefunden hat,

Gerard Moren.

Cryptid Art Space freut sich, Sie zur Debütausstellung des symbolistischen Künstlers Malicroix einzuladen, dunkel betitelt mit „Blumen des Bösen“ und begleitet von den gotischen Erzählungen des Kritikers Monsieur Moren. Die Ausstellung wird am 2. Oktober um 18:30 Uhr eröffnet und ist bis zum 14. Oktober zu sehen. In der Zwischenzeit erwartet Sie auf der Seite der Galerie noch mehr von der Geschichte.

Tritt ein, verschlossener Zuschauer, mein Doppelgänger, mein Bruder!

Im Gedenken an den Meister Lyuben Zidarov.

* * *

Text: I-K. A.

Gestaltung: B.B.